Rosmaringewürz

Rosmarin ernten, trocknen und lagern 

Rosmaringewürz

Ob frisch aus dem Garten, selbst getrocknet oder im Einzelhandel gekauft: Rosmarin ist beliebt als Würze für mediterrane Fleisch- und Gemüsegerichte.

Würzen mit Rosmarin

Rosmarin ist in getrockneter oder frischer Form eine beliebte Würzpflanze, die sich inzwischen auch in unseren Breitengraden in fast jeder Küche findet. Rosmarin passt zu deftigen Fleischgerichten wie Lamm, Kaninchen, Schweinefleisch, Wild und Geflügel ebenso wie zu mediterranen Gemüsegerichten mit Tomaten, Zucchini, Auberginen, Pilzen, Hülsenfrüchten und Kartoffeln – und er verfeinert sogar Süßspeisen mit seiner besonderen frischen Note. Auch zum Einlegen in Essig oder Öl wird Rosmarin häufig verwendet.

Rosmarin schmeckt würzig, herzhaft, harzig, frisch und leicht bitter. Aufgrund seiner sehr starken Würzkraft sollte man ihn sparsam verwenden.

Die leckersten Rezepte und Inspirationen zum Kochen haben wir im Artikel Rezepte zusammengestellt.

Rosmarin ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Kräuter werden werden aufgrund ihrer Heilwirkung zu Nahrungsergänzungsmitteln, Pulvern und Pillen verarbeitet. Doch am gesündesten und wirksamsten ist das frische der getrocknete Kraut. Studien belegen, dass vor allem die Mischung von sekundären Pflanzenstoffen, ätherischen Ölen und Vitaminen die Bioverfügbarkeit bewirkt. Das ganze Kraut kann smit vm Körper besser genutzt werden als ein zur Pille verarbeitetrer Extrakt aus der Pflanze. Mit Kräutern kochen lohnt sich damit für die Gesundheit.  Abgestimmt auf bestimmte Beschwerdebilder ist es ratsam mit speziell darauf abgestimmten Kräutern zu würzen. Wer regelmäßig seine Speisen mit Rosmarin oder Rosmarinöl würzt, profitiert von der besonderen Kombination der gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe der Heilpflanze. Besonders bei Beschwerden mit Leber und Galle, Herz-Kreislaufbeschwerden und Verdauungsproblemen kann man von der regelmäßigen Verwendung von Rosmaringewürz profitieren. Im Idealfall sllte man hierfür nicht auf unseren heimischen Rosmarin zurückgreifen, sondern auf Rosmarin guter bioqualität aus dem Mittelmeerraum, vornehmlich auf die drei Haupttypen aus Spanien, Nordafrika und Frankreich, denn im warmen Klima des Mittelmeerraums ist der Rosmarin ursprünglich zu Hause und gediht dadurch noch immer in der besten Qualität. Französischer Rosmarin ist hierbei besonders für Leber und Galle und bei Verdauungsbeschwerden zu empfehlen, da er einen hohen Gehalt an Verbenon aufweist. Bei Herz-Kreislaufbeschwerden hilft der nordafrikanische Rosmarin am besten.

Rosmarin Gewürz selber machen

Rosmarin ist nicht nur beliebt, sondern auch robust. So kann er gut selber angepflanzt und geerntet werden, ob auf der Fensterbank, dem Balkon oder im eigenen Garten. Für die Pflege von Rosmarinbüschen braucht es keinen Grünen Daumen, denn die Pflanzen sind relativ anspruchslos und überstehen auch längere Trockenperioden gut. Das besondere am Rosmarinus officinalis ist, dass er auch beim Trocknen wenig von seinem Aroma verliert und zudem sehr dekorativ aussieht.

Rosmarin trocknen

Um Rosmarin zu trocknen und somit größere Mengen an Rosmarin zu konservieren, gibt es zwei einfache Methoden: das Trocknen durch Aufhängen oder Auslegen und das Trocknen im Backofen. Die erste Methode ist die schonendere. Doch sind für diese Methode nicht immer die richtigen Bedingungen gegeben. Bei falschen Temperaturen oder zu hoher Feuchtigkeit, kann der Rosmarin bei dieser Trocknungsart auch Schaden nehmen.

Lufttrocknen (Trocknen durch Aufhängen oder Auslegen)

1. Ganze Zweige abschneiden

oder im Supermarkt kaufen. Wer aus dem eigenen Garten erntet, sollte darauf achten, dass die Pflanze zumindest ein bis zwei Tage vorher in den Genuss von Sonnenschein kam und sollte am besten morgens ernten, da dann die Rosmarinblätter am aromatischsten sind. Der Wassergehalt in den Kräutern ist zu dieser Zeit am geringsten und der an ätherischen Ölen am höchsten. Und keine Sorge: der Rosmarin wird an den abgeernteten Stellen wieder buschig austreiben.

2. Zweige vorbereiten

Verwelkte, faulige oder kranke Pflanzenteile werden vor dem Trocknen entfernt. Wenn möglich, sollten die Rosmarinzweige vor dem Trocknen nicht gewaschen werden. Wer nicht im eigenen Garten erntet, sollte sich somit beim Kauf schon allein aus diesem Grund für Rosmarin aus biologischem Anbau entscheiden. Zum einen würde Waschen den Trocknungsvorgang verlängern und so mehr wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen, zum anderen kommt es so leichter zu Schimmelbildung während des Trocknungsprozesses. Alternativ zum Waschen kann Staub durch Schütteln entfernt werden. Besonders schmutzige Blätter oder Pflanzenteile kann man auch einzeln abwaschen. Wer dennoch nicht auf das Waschen verzichten möchte, muss darauf achten, die Zweige nach der Reinigung mit Küchenpapier so trocken wie möglich zu tupfen.

3. Zweige bündeln

Nach der Ernte werden die Zweige zu kleinen Bündeln von etwa je acht Zweigen zusammengefast. Am besten lassen sich Zweige von etwa gleicher Länge Bündeln. Die Basis der Zweige kann man gut mit Gummibändern oder Zwirn umwickeln. Zwirn bietet den Vorteil, dass man gleich einen längeren Faden zum Aufhängen überlassen kann.

4. Bündel aufhängen

Die Rosmarinbündel sollten an einem nicht zu heißem (ideal sind zwischen 21 und 27°C), trockenen und gut durchlüfteten Raum ohne volle Sonneneinstrahlung zum Trocknen aufgehängt werden. Man kann den Rosmarin auch draußen trocknen, doch kommt dort leicht zu viel Feuchtigkeit auf. Um den Rosmarin vor dem Einstauben zu schützen, kann man ihn mit dünnen Papiertütchen abdecken. Hierfür darauf achten, dass diese Löcher haben. Damit der Rosmarin gleichmäßig trocknet, kann man ihn alle zwei Tage drehen.

5. Rosmarin lagern

Der Rosmarin ist vollständig getrocknet, wenn sich Stiele und Blätter nicht mehr biegen lassen. Nun kann man vorsichtig die Blätter von den holzigen Stielen trennen. Die Blätter lagert man in einem luftdichten Behältnis kühl und trocken.

Alternativ zum Aufhängen, kann man den Rosmarin auch auslegen. Dabei spart man sich zwar das Bündeln, doch braucht man deutlich mehr Platz, da man den Rosmarin möglichst nicht Schichten sollte. Ansonsten gelten für das Auslegen die gleichen Maßnahmen wie für das Aufhängen.

Noch ein kleiner TIPP: Die Kräuter sollten nicht in der Küche getrocknet werden, da das Aroma durch die ständigen Kochdämpfe, denen sie dort ausgesetzt wären, verfälscht wird.

Trocknen im Ofen

1. Zweige ernten

oder kaufen. Hier gilt das Gleiche wie bei der Lufttrocknung.

2. Rosmarin vorbereiten

Wer den Rosmarin im Backofen trocknet, darf ihn ruhig waschen, da hier nicht die Gefahr der Schimmelbildung besteht. Nach dem Waschen dennoch gründlich mit einem Küchentuch trocken tupfen und welke oder holzige Stellen entfernen.

3. Rosmarin backen

Zum Trocknen verteilt man den Rosmarin auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech. Dabei muss man darauf achten, den Rosmarin nicht zu sehr anzuhäufen. Der Ofen wird in Zwischenzeit auf der niedrigsten Temperaturstufe vorgeheizt. Das Backblech wird in die oberste Schiene des Backofens geschoben und je nach genauer Temperatur 2-4 Stunden gebacken. Der Rosmarin ist fertig getrocknet, wenn die Stiele ein wenig brüchig sind.

4. Rosmarin abkühlen lassen

Nach dem Backen lässt man den Rosmarin komplett abkühlen

5. Rosmarin lagern

Zur Lagerung trennt man die getrockneten Rosmarinblätter von den Stängeln, füllt sie in ein luftdicht verschließbares Gefäß und lagert dies kühl und trocken.

Rosmarin einfrieren

Über das Einfrieren von Rosmarin gibt es geteilte Meinungen. Viele Hobbygärtner haben jedoch gute Erfahrungen damit gemacht, den frisch geernteten Rosmarin einzufrieren, um so auch im Winter frische Kräuter genießen zu können, ohne das Aroma, Inhaltsstoffe und Farbe darunter leiden. Zum Einfrieren gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist, ganze Rosmarinzweige in Gefrierbeutel zu packen und so im Gefrierfach zu konservieren und bei Bedarf portionsweise herausholen. Zudem kann man Rosmarin wahlweise in Wasser oder in Olivenöl einfrieren. In einen Eiswürfelbehälter füllt man die geernteten Rosmarinblätter, füllt die Behälter mit Wasser oder Öl auf – und ab in das Gefrierfach. Auf diese Weise erhält man zum Würzen oder Braten gleich richtig portionierte Mengen. 

Rosmarin Gewürz kaufen

Rosmaringewürz kann man gemahlen oder geschnitten kaufen. Es empfiehlt sich, die geschnittene und somit weitgehend unbehandelte Version zu wählen. Diese kann man dann vor der Verwendung in einem Mörser oder einer Kräutermühle selbst mahlen oder zerkleiner. So erhält man das bestmögliche Aroma. Bereits zerkleinerte Rosmarinblätter haben bereits eine größere Menge des enthaltenen ätherischen Öls verloren. Beim Kauf von Rosmaringewürz sollte man darauf achten, dass keine künstlichen Zusatzstoffe wie Glutamat, Geschmacksverstärker, künstliche Farbstoffe, künstliche Aromen oder Konservierungsstoffe oder auch Salz, Dextrose, Stärke oder Zucker beigesetzt sind. Außerdem ist auch beim Kauf von Rosmaringewürz auf Bioqualität zu achten, um sicher zu gehen, das Essen nicht nebenbei mit unerwünschten Chemikalien zu würzen.

Gewürze lagern

Grundsätzlich wird die Haltbarkeit von Rosmarin mit etwa zwei Jahren angegeben. Doch es empfiehlt sich, nie mehr als einen Jahresvorrat an Rosmaringewürz anzulegen, da die gesundheitswirksamen Inhaltsstoffe durch lange Vorratslagerung abnehmen. Um eine möglichst lange Haltbarkeit der wertvollen Inhaltsstoffe zu garantieren sollte zudem der Aufbewahrungsort dunkel, kühl und trocken gewählt werden.

Rosmarin Basismischung

In seiner Heimat im sonnigen Süden der Mittelmeerländer bildet Rosmarin abhängig von den Wuchsbedingungen und Subklima drei verschiedene Chemotypen aus, die sich zwar optisch nicht unterscheiden, jedoch eine unterschiedliche chemische Zusammensetzung und somit verschiedene Wirkungsschwerpunkte haben. Wer Rosmaringewürz nicht nur des guten Geschmacks wegen verwenden, sondern auch möglichst umfassend von seinen hervorragenden gesundheitsfördernden Eigenschaften profitieren möchte, der ist mit einer Mischung der drei Typen aus ihren Herkunftsgebieten Spanien, Nordafrika und Frankreich gut beraten. Der spanische Rosmarin zeichnet sich für gewöhnlich durch einen hohen Anteil an Bormeon aus und tut vor allem bei Haarausfall, Hautproblemen, Beschwerden mit der Muskulatur, Immunsystem und Schmerzen gut. Der nordafrikanische Rosmarin enthält viel Cineol, dass Gedächtnis und Konzentration, einer schnellen Wundheilung und der Haarpflege zugute kommt und darüber hinaus eine belebende und durchblutungsfördernde Wirkung besitzt. Der französische Rosmarin ist mit seinem hohen Verbenonanteil besonders mild und als Leber- und Galle-Tonikum bekannt.

rosmaringewürz

Rosmarin Gewürz, Aufguss, Tinkturen

Aus den Nadeln des Rosmarin und Rosmaringewürz kann man nicht nur leckere und gesunde Gerichte zubereiten, sondern auch Augüsse und Tinkturen zur inneren und äußeren Anwendung bei speziellen Beschwerden zubereiten.

AnwendungsgebietRezeptAnwendung
  • Allgemeines Wohlbefinden
  • Stärkung der Immunabwehr
  • Verdauungsbeschwerden
  • Leber- und Galleschwäche
  • Herz-Kreislaufbeschwerden
  • Verbesserung des Hautbilds

Rosmaringewürz

Basisdreiermischung

Zu gleichen Teilen eine beliebige Menge spanischen, französischen und nordafrikanischen Rosmarin mischen und gut verschlossen kühl und dunkel lagern.

Wer regelmäßig seine Speisen mit Heilkräutern wie dem Rosmarin würzt oder verfeinert, wird langfristig die wohltuende Wirkung besonders auf das allgemeine Wohlbefinden und das Verdauungssystem bemerken.
  • Durchblutungsstörungen
Fünf Gramm getrockneter Bio-Rosmarin (vor allem Blüten, aber auch einen Anteil an Blätter, am besten nordafrikanischen Rosmarin) mit 100 ml 70%igem Alkohol übergießen und drei Wochen in einem fest verschlossenen Gefäß an einem warmen Ort lagern. Danach abseihen, in dunkle Fläschchen abfüllen und kühl lagern.Bei Bedarf morgens und abends (am besten zu den Mahlzeiten) einen Esslöffel der Tinktur einnehmen.
  • Störungen von Leber und Galle
2 EL französische Bio-Rosmarinblätter mit ¼ l heißem Wasser 10 Min. zugedeckt ziehen lassen, anschließend abseihen.Für einen Leberwickel ein kleines Handtuch oder einen großen Waschlappen in den warmen Sud tauchen und auswringen.  Anschließend Lappen auf den rechten Rippenbogen legen, so dass er die Rippen in einer Diagonale kreuzt. Darüber kommt eine sehr warme Wärmflasche oder ein Wärmkissen. Anschließend den Körper mit einem großen Handtuch umwickeln. Der Leberwickel sollte etwa eine halbe Stunde einwirken können. Er kann wahlweise auch als Bauchwickel bei Verdauungsbeschwerden verwendet werden
  • nervöse Beschwerden wie nervöser Müdigkeit oder nervöser Depression
100 g (frische) Bio-Rosmarinblätter (nordafrikanischer Rosmarin) in 1 l Wasser geben, aufkochen und 15 Min. bei leichter Hitze (gerade nicht köchelnd) ziehen lassen, anschließend abseihen.Mischung dem Badewasser für wohltuendes Vollbad zugeben. Aufgrund der anregenden Wirkung des Rosmarins dieses Bad nicht kurz vor dem Schlafengehen anwenden.
  • Akne/fettige Haut
¼ l Wasser mit 1 TL Bio-Rosmarin (spanischer Rosmarin) und der kleingeschnittenen Schale einer halben Bioorange zum Kochen bringen und anschließend 10 Min. ziehen lassen. Abschließend abseihen, in eine gut verschließbare Flasche füllen und kühl lagern.Nach dem abendlichen Waschen auf die Haut auftragen.
200 ml Alkohol (mind. 45%), 1 El Bio-Weidenrinde, 1 Tl Bio-Beinwellwurzel, 1 Tl Bio-Thymian, und 1 Tl Bio-Rosmarin (spanischer Rosmarin)mischen und alles zusammen gut verschlossen zwei Wochen ziehen lassen. Anschließend abseihen und in dunkler Flasche kühl lagern.Unreine Haut täglich mehrfach mit dem Tonikum bestreichen.



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