Rosmarinus officinalis

Rosmarinstrauch 

Rosmarinus officinalis

Rosmarinus officinalis ist die bekannteste Art der Gattung Rosmarinus – ein immergrüner Strauch, der ursprünglich im Mittelmeerraum heimisch ist.

Der Rosmarinstrauch

Die bis zu zwei Meter hohen, immergrünen Rosmarinsträucher haben längliche, ledrig-grüne Blätter, die an Tannennadeln erinnern. Zwischen den Blättern drängen sich in der Hauptblütezeit zwischen März und Juni kleine, zarte, weiße bis hellblaue Blüten. Erste Blüten können sich bereits im Dezember zeigen. Je höher die Sonneneinstrahlung ist, umso mehr verströmen die Sträucher ihren balsamischen und kampferartigen Duft.

„Den Rosmarin lasse ich über meine Gartenmauern wachsen, nicht nur, weil meine Bienen ihn lieben, sondern auch, weil er das der Erinnerung und Freundschaft geweihte Gartenkraut ist. Schon ein Zweiglein von ihm spricht eine stumme Sprache.“

 Sir Thomas More (Morus, ca. 1478-1535)

Marienkraut, Brautkraut, Hochzeitsblümchen, Meertau, Weihrauchkraut – der Rosmarin kennt viele Namen und ist mit einer langen Tradition verbunden. Er begleitete die Menschen bei zahlreichen wichtigen Ritualen und Lebensabschnitten. Er galt als Kraut des Lebens, aber auch als Symbol für den Tod. Man reichte sich Rosmarin zum Abschied und Bräute trugen Kränze aus dem „Hochzeitsblümchen“ als Zeichen der Treue. Auch Erinnerung und Freundschaft sollte der Rosmarin wach halten. Doch nicht nur die symbolische Bedeutung des Rosmarins hat eine lange Tradition. Er ist auch spätestens seit dem Mittelalter ein beliebtes Küchenkraut und seine Heilwirkung wurde früh entdeckt. Rosmarin war nicht umsonst in den Jahren 2000 und 2011 die Heilpflanze des Jahres in Deutschland. Der Rosmarinus officinalis ist eine der ältesten, bekanntesten und vielseitigsten Heilpflanzen. Er hat einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen, Gerb- und Bitterstoffen und Flavonoiden, stärkt den Kreislauf und wirkt anregend auf Körper und Geist.

Rosmarin im Garten

Rosmarin im Garten

Rosmarin ist ein begehrter Wirkstoff in Naturheilkunde und Aromatherapie, aber auch in der Kosmetikbranche. Er findet Anwendung als ätherisches Rosmarinöl, Rosmarinöl in der Küche, Rosmarintee und ist auch als Rosmaringewürz beliebt, das jeder leicht im heimischen Garten oder auf der Fensterbank selbst anpflanzen kann.

In der Literatur findet sich Rosmarin manchmal unter seinem Trivialnamen Borneon (Campher), was jedoch nicht der Unterscheidung der verschiedenen Chemotypen gerecht wird.

Herkunft des Rosmarinbuschs

Rosmarin stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Er wächst dort noch immer in großen Wildbeständen. Im Mittelalter brachten ihn Mönche mit über die Alpen in unsere Breitengerade. Inzwischen gibt es hier sogar winterharte Züchtungen.

Je nach Wuchslage und Subklima bildet Rosmarin unterschiedliche Chemotypen (ct.) aus, die sich in der Zusammensetzung ihrer Inhaltsstoffe, ihrem Duft und ihrer Wirkung erheblich unterscheiden können. Dies spielt besonders im Zusammenhang mit ätherischem Rosmarinöl und seiner Nutzung in Aromatherapie und Naturheilkunde eine wichtige Rolle.

Rosmarin anpflanzen

Rosmarin ist eine verhältnismäßig pflegeleichte Pflanze. Wer die gesunde Wirkung des Rosmarins rundum auskosten will, ist gut beraten, im eigenen Garten oder auf der Fensterbank Rosmarin anzupflanzen. So hat man immer ein paar frische Nadeln als leckeres und gesundheitsförderndes Würzmittel oder für einen schmackhaften und heilenden Tee parat.

Rosmarin hat es gerne warm und sonnig. Am besten gedeiht er auf durchlässigem, trockenem Boden in mildem Klima. Wer in unseren Gefilden Rosmarin im eigenen Garten anpflanzt, sollte ihm wenn möglich den Schutz einer Südwand bieten. Im Frühjahr sollte man Rosmarin vor zu viel Morgensonne schützen. Für einen optimalen Wuchs sollte der Boden locker, trocken und reich an Humus sein. Auch ein leicht sandiger Boden bekommt dem Rosmarin gut. Als Wärmespeicher dient eine Kiesschicht um die Pflanze. Wird der Rosmarin etwas erhöht gepflanzt, vermeidet man Staunässe und die Bildung von Bodenpilzen. Wer keine fertige Pflanze aus dem Handel einpflanzt, sondern Samen verwendet, macht die Aussaat am besten zwischen März und April.

Pflegen

Rosmarin wird nur sparsam gegossen. Er kommt mit wenig Wasser sehr gut aus. Im Sommer darf es natürlich schon einmal etwas mehr sein. Doch im Zweifelsfall gilt „weniger ist mehr“. Fallen die Nadeln ab, erkennt man, dass man zu wenig gießt. Die Pflanze erholt sich davon meist schnell wieder. Zu viel Wasser bekommt ihr weniger gut.

Mit Kompost oder Hornspänen kann im Frühjahr eine Grundlagendüngung erfolgen, die man ein bis zwei Mal im Monat wiederholen kann. Ab Mitte August kann das Düngen eingestellt werden.

Rosmarin im eigenen Garten

Kräutergarten

Es ist durchaus üblich, Rosmarin zu beschneiden. Es ist hierbei lediglich zu beachten, nicht in altes Holz zu schneiden. Ein jährlicher Rückschnitt erfolgt im Februar oder März oder Nach der Blüte. Der Rückschnitt hält den von Natur aus eher schwachwüchsigen Strauch schön buschig und kompakt.

Überwintern

Rosmarin stammt aus den warmen Mittelmeergefilden und ist unsere kalten Winter nicht gewöhnt. Auch wenn es inzwischen winterharte Züchtungen gibt, empfiehlt es sich, Rosmarin vor Frost und Kälte zu schützen. Hierfür kann man die Pflanze im Winter etwas abdecken oder in einen Topf umpflanzen, um sie drinnen überwintern zu lassen.

Für die Überwinterung der Pflanze im Haus eignen sich kühlere Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit. So besteht weniger Gefahr, dass sich Schädlinge auf der Pflanze ansiedeln oder ein unerwünschter winterlicher Austrieb beginnt. Auch hier wird die Pflanze nur sparsam mit Wasser versorgt. Ihr Ballen sollte jedoch nie ganz trocken sein.

Vermehren

Wer seinen Rosmarin vermehren möchte, tut dies im Sommer mit den etwa zehn Zentimeter langen Seitentrieben. Diese trennt man vom Stamm, pflanzt sie ein und besprüht sie mit Wasser. Anschließend wird eine Plastiktüte über den Topf gestülpt. Nun braucht es viel Geduld: es kann Monate dauern, bis die Triebe heranwachsen.

Rosmarin auf der Fensterbank

Wer nicht das Glück eines eigenen Gartens hat, kann Rosmarin auch sehr gut auf dem Balkon oder der Fensterbank in Kübel oder Topf anpflanzen. Hier ist es wichtig, dass der Topf so ausgerichtet ist, dass sich kein überflüssiges Wasser anstaut. Die verwendete Blumenerde mischt man am besten mit etwas Sand. Auch auf der Fensterbank liebt Rosmarin ein sonniges Plätzchen.

Steckbrief

Lateinischer Name: Rosmarinus officinalis

Familie: Lamiaceae/Lippenblütler

Volksnamen: Anthoskraut, Brautkleid, Kid, Meertau, Weihrauchkraut

Blütezeit: Spätwinter/Frühling

Kurzbeschreibung: Immergrüner bis zu 2m hoch wachsender Busch mit stark verzweigten Ästen. Die Blätter sind nadelförmig in sattem Grün und weißfilzig behaart. Die Blüten sind weiß bis blassblau oder rosa und zweilippig mit weit herausragenden Staubbeuteln.

Verbreitung: Große Wildbestände im Mittelmeerraum. Inzwischen als Zier- und Gewürzpflanze auch in Mitteleuropa kultiviert. Allerdings ist sie nördlich der Alpen nicht winterhart (abgesehen von speziellen Züchtungen).

Standort: trockene, sonnige Hänge

Vermehrung:Vegetativ über Stecklinge oder generativ über Saatgut. Die Keimdauer beträgt etwa vier Wochen.

Pflege: Rosmarin ist anfällig bei andauernder Nässe und wächst besser unter trockenen Bedingungen in durchlässiger und humusreicher Erde.

Ernte: Im Idealfall werden die ganzen Zweige geerntet, denn der Strauch wächst dann buschig nach. Geerntet werden kann ganzjährig.

Verwendung: Als Gewürz zu Fleisch- Fisch-, Geflügel- und Gemüsegerichten, als Duftpflanze, als Wein  oder Tee und als ätherisches Öl in Naturheilkunde und Aromatherapie zur Stimulation von Herz und Kreislauf, Anregung der Durchblutung, Beschwerden von Magen, Darm, Leber und Galle, zur Entspannung und bei psychischen und seelischen Blockaden.

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl (Cineol, Borneon, Campher, Pinen), Harze, Gerbstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe, Saponin

Besonderheiten: Heilpflanze des Jahres 2000 und 2011




Schreib einen Kommentar